Marcus Fendt Speaker auf der be.connected conference 2019

Speaker im Porträt – Marcus Fendt

Marcus Fendt ist Geschäftsführer bei The Mobility House. Wir freuen uns, ihn auf der be.connected 2019 als Speaker begrüßen zu dürfen und haben ihm vorab einige Fragen gestellt.

Herr Fendt, worum wird es bei Ihrem Vortrag auf der be.connected 2019 gehen?

Mein Vortrag dreht sich um folgende Frage: „Wie kann ich durch intelligentes Laden Elektroautos ins Energienetz integrieren und damit sowohl eine CO2-freie Energiewelt, als auch eine CO2-freie Mobilitätswelt realisieren?“

Sie sind Geschäftsführer von The Mobility House. Erzählen Sie uns, was Ihr Unternehmen tut?

Unser Ziel ist es, Elektroautos intelligent ins Stromnetz und in die Energiewirtschaft zu integrieren. Wir gehen davon aus, dass das Laden eines Elektroautos irgendwann nichts mehr kosten wird, weil wir so viel Strom im System haben, dass wir sogar umsonst laden oder mit den Batterien der Elektroautos Geld verdienen.

Was sind auf dem Weg zu diesem Ziel die größten Hürden?

Eigentlich gibt es keine Hürden, wir müssen es nur tun. Also nicht so viel reden, sondern einfach machen. Es gibt zu jeder dieser Herausforderungen schon eine technische Lösung, auch wenn sie noch nicht die billigste ist. Fast alle dieser Lösungen sind auch bereits in irgendeiner Region der Welt im Einsatz. In Texas zum Beispiel lade ich nachts umsonst, weil dort viel Strom aus Windenergie zur Verfügung steht. In Kalifornien bekomme ich als EV-Kunde einen besseren Tarif, wenn ich meinen Ladevorgang in die Nacht verschiebe. All diese Dinge muss ich nur auf andere Märkte übertragen. Es ist nicht so, dass das Rocket Science ist und man 15 Jahre entwickeln muss, um startklar zu sein. Es ist eine Willensfrage und eine Frage des Skalierens.

Als E-Mobility Provider arbeiten Sie an der Schnittstelle zwischen Automobilindustrie und Energiewirtschaft und kennen die Herausforderungen, aber auch die Chancen sehr genau. Wohin geht die Reise?

Die größte Herausforderung wird es sein, die Elektroautos intelligent ins Netz zu integrieren und gesteuert zu laden: ob das jetzt in der Tiefgarage meiner Wohnhausanlage ist, oder am Firmenparkplatz. Die nächste Stufe ist, die Autos dann zu laden, wenn es am sinnvollsten ist. Das ist vielleicht nicht um sieben Uhr morgens, wenn ich in die Firma komme, sondern erst um neun, wenn die Sonne die PV-Anlage speist und ich viel erneuerbare Energie im System habe. Was wir dazu brauchen, sind Rahmenbedingungen und Anreize für Kunden, sonst sagen die einfach: „Mir ist das egal!“

Viele Endkunden und kleine Unternehmen schaffen sich ein E-Auto an, ohne viele Gedanken über die Ausgestaltung der Ladelösung im eigenen Heim oder Betrieb zu investieren. Ein Fehler?

Das kann man den Leuten nicht übelnehmen, weil Elektromobilität für alle ein neues Thema ist. Wichtig wäre, sich das ganze etwas längerfristiger zu überlegen: Sich schlau zu machen, einmal alles durchzudenken und dann mit den richtigen Dingen zu beginnen. Sonst wird z.B. Ladeinfrastruktur oder Software angeschafft, die sich später nicht ausbauen lässt oder nicht kompatibel ist. Das Thema E-Mobility ist ja keine einmalige Geschichte, sondern wird uns fortlaufend beschäftigen: Beispielsweise, wenn neue Firmenfahrzeuge angeschafft werden oder Mitarbeiter ins Unternehmen kommen. Da sollte man sich vorab überlegen: Wo wird unsere Firma hingehen? Was muss ich heute machen und was mache ich mittelfristig?

Abschließende Frage: Worauf freuen Sie sich bei der be.connected 2019 am meisten?

Das entscheidende ist momentan, dass all diese Dinge in einem breiten, professionellen Rahmen diskutiert werden. Von der Frage „Wie lade ich?“ über „Wie rechne ich ab?“. Es ist wichtig, dass darüber Austausch und Diskurs stattfindet, sonst passiert genau das, was ich vorher erwähnt habe: Die Leute machen es falsch, denken, es ist kompliziert und stehen dem Thema negativ gegenüber. Dabei ist Elektromobilität etwas extrem Positives, über das wir uns alle noch sehr freuen werden: Es fährt sich besser, es fährt sich sauberer. Von daher: Let’s do it!

Herr Fendt, herzlichen Dank für das Gespräch. Wir sehen uns auf der be.con 2019!

Hier geht’s zum Programm für die be.connected 2019