Das war die be.connected 2019

Die E-Mobilität ist nicht aufzuhalten. Diese Erkenntnis zog sich durch beide Tage der Konferenz, die bereits zum zweiten Mal in Ismaning bei München stattfand. Hier ein erster Recap.

„Was wir aktuell erleben, ist eine historische Zeitenwende“. Mit diesem Satz fasste der Volkswagen AG Manager Martin Roemheld zusammen, was an den beiden Konferenztagen klar zu spüren war. Über 250 Entscheider kamen dieses Mal in die Ziegelei101, um gemeinsam brisante Themen zu diskutieren und Know-How auszutauschen. Während fast zeitgleich vor den Toren der IAA demonstriert wurde, ging es bei der be.connected nicht mehr um das „ob“, sondern um das „wie“. Denn eines machte Initiator Martin Klässner (has.to.be) gleich in seiner Keynote zum Einstieg klar: Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren.

E-Autos: Die neuen Fahrzeuge kommen

Indiz dafür war nicht nur das im Foyer ausgestellte Modell des ID.3, sondern auch die Ansage von Martin Roemheld, Head of e-Mobility Services bei VW: Bis Mitte 2020 sollen die ersten Modelle ausgeliefert werden. Bis 2050 wird die gesamte Flotte von Volkswagen emissionsfrei sein. Ein beeindruckender Transformationsprozess, der schon heute beweist: In der Branche wird kein Stein auf dem anderen bleiben.

Aber auch bei den Mitbewerbern laufen demnächst die ersten Fahrzeuge vom Stapel. Mit Spannung verfolgten die becon19 Teilnehmer etwa den Vortrag von BYTON-Manager Daniel Medawar, der obendrein Einblicke in die strategischen Überlegungen des chinesischen Unternehmens gewährte.

Am oberen Ende der Bedürfnispyramide positioniert sich Automobili Pininfarina mit ihrem Luxus-Hypercar Battista. Und zwar nicht nur, was den Preis anbelangt, sondern auch was die Performance betrifft. Damit ist das millionenschwere Auto natürlich ein Liebhabermodell – aber eines, das der E-Mobilität auf seine ganz eigene Weise weiterhelfen soll. „Weil es endlich ein E-Auto zum Sehnsuchtsobjekt macht, das sich ein Kind als Poster ins Zimmer hängen würde“, so Martin Lischka, Head of Product Strategy & Product Management bei Automobili Pininfarina.

Transparenz: Viele kleine Schritte in die richtige Richtung

Die Zukunft der Fahrzeuge bildete bei der Konferenz für Entscheider aus Unternehmen aber natürlich nur einen Schwerpunkt unter mehreren. Im Fokus standen auch die heiß diskutierten Themen Transparenz und Eichrecht. Gab es im Vorjahr große Unsicherheit bei den Teilnehmern, wurde seitdem vieles klarer. Dafür sorgten auch die Vorträge der Eichrechtsexperten Martin Klässner und Katharina Vera Boesche. Ihr Fazit im Vergleich zum letzten Jahr: Viele Schritte in die richtige Richtung und mehr Klarheit in Fragen des Eichrechts, aber auch neue Herausforderungen für Betreiber von Ladestationen und E-Mobilitätsserviceprovider. Beispielsweise bei Fragen der Umsatzsteuer.

Energiewirtschaft und Automobilindustrie: Eine gemeinsame Zukunft

Dass es sich bei der be.connected um eine Konferenz mit höchster Praxisnähe handelt, zeigten die zahlreichen Vorträge, die sich mit neuen Entwicklungen für CPO und MSP drehten. Da ging es etwa um den Status Quo von Plug&Charge und ISO 15118 oder um Fragen wie den Stand der Dinge bei Battery to Grid. Was alles diese Praxisthemen gemeinsam haben, ist die Erkenntnis, dass die E-Mobilität zwei Branchen zusammenbringt, die in der Vergangenheit weitgehend getrennte Wege gingen. Mit allen Schwierigkeiten, aber auch Chancen, die sich daraus für die Praxis ergeben.

Fotocredit: © Ingmar Wein photography