Christian Krüger

Christian Krüger im Interview

BayWa

Herr Krüger, wir sind neugierig: Worum wird es bei Ihrem Talk auf der be·connected 2020 gehen?

Es wird ja viel über die E-Mobilität gesprochen und immer mehr Unternehmen beschäftigen sich damit. Ich möchte den Fokus auf die Frage legen, welches Potential die E-Mobilität als Geschäftsmodell birgt, also was verdiene ich mit einer Ladesäule, was muss ich beachten? Mit unserer Erfahrung aus dem Tankstellenbereich können wir hier einen interessanten Beitrag liefern.

Welche E-Mobilitätsservices bietet BayWa seinen Kunden?

Wir haben unser Angebotsportfolio sehr breit und modular aufgestellt. Wir bieten von der Flottenberatung und Fahrprofilanalyse über die Planung, Installation, Betrieb und Wartung von Ladeinfrastruktur bis hin zur Stromlieferung das gesamte Portfolio an. Zudem stellen wir die entsprechenden Abrechnungsservices bereit – auch da greifen wir auf unser Know-how aus dem Tankstellenbereich zurück. Wir haben Lösungen sowohl für den gewerblichen Flottenbetreiber als auch für den Arbeitnehmer, der zu Hause sein Dienstfahrzeug lädt, parat.

Vor nicht allzu langer Zeit war auch für Sie (wie für alle) das Thema E-Mobilität Neuland. Was war die größte Herausforderung bei der Entwicklung Ihrer Produkte und Services?

Mit der Installation von Ladesäulen sind wir in das Projektgeschäft eingestiegen und damit in ein teilweise viel beratungsintensiveres Geschäft als es unser Handelsgeschäft ist. Die Kundenbedürfnisse sind ganz anders, und auch die internen Prozesse laufen anders.

Ihr Eindruck als Experte: Ist das Thema E-Mobilität in Deutschlands Unternehmen bereits angekommen, oder gibt es hier noch Aufholbedarf?

Es gibt noch viel Aufhol- aber auch viel Erklärungsbedarf, gerade für Flottenbetreiber. Wo kann mein Mitarbeiter laden? Welche Wallbox? Wie rechne ich die Ladevorgänge ab? Das Angebot der Branche ist da zum Teil noch zu unübersichtlich. Wir versuchen, unsere Produkte so einfach wie möglich zu strukturieren, beispielsweise mit pauschalen „SmartFlats“, vergleichbar etwa mit Handy-Flatrates.

Welchen Tipp haben Sie für Unternehmen, die neu in die E-Mobilität einsteigen möchten und ihren Fuhrpark elektrifizieren wollen?

Sich genau das Fahrprofil eines jeden Fahrzeugs anschauen! Heute kann jedes Unternehmen einen Teil der Flotte ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll auf Hybrid- oder reine Elektrofahrzeuge umstellen. Unser Ansatz ist, technologieoffen zu beraten. Denn es kann durchaus Sinn machen, eine gemischte Flotte sowohl mit Elektroantrieb als auch mit Verbrennungsmotor zu betreiben.

Was muss sich bei den gesetzlichen und politischen Rahmenbedingungen für die E-Mobilität in Deutschland aus Ihrer Sicht noch tun? Oder sind wir bereits auf einem guten Weg?

Um den Durchbruch der E-Mobilität zu gewährleisten, benötigen wir vor allem im privaten Bereich neue gesetzliche Regelungen. Ich denke da beispielsweise an Eigentümergemeinschaften, die für ihre Tiefgaragen bislang nur per einstimmigem Beschluss Ladeinfrastruktur aufbauen können, was dann letztlich meistens scheitert. Hier würde ein einfacher Mehrheitsbeschluss sehr helfen.

Vielen bereitet das Thema Eichrecht schlaflose Nächte. Wie geht es Ihnen damit?

Hier bin ich komplett entspannt. Wir als BayWa sind, wenn es um Hardware geht, herstellerneutral. Deswegen können wir unseren Kunden genau die Hardware empfehlen, die seinen Bedürfnissen entspricht und gleichzeitig die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt.

Abschließende Frage: Worauf freuen Sie sich bei der be·connected 2020 am meisten?

Zur be·connected kommt die ganze Branche zusammen. Ich freue mich auf den Austausch – und darauf, mögliche neue Kooperationen für die Zukunft anzustoßen.

Herr Krüger, danke für das Gespräch. Wir sehen uns auf der be·connected 2020!

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